Wie kam es zu PRIMA?

Vom persönlichen Erleben zur institutionellen Verantwortung

Die Gründung von PRIMA gGmbH ( Prävention & Innovation in Medizin und Altern),im November 2025 war kein spontaner Einfall, sondern die logische Folge eines langen inneren und beruflichen Weges. Sie markiert den Moment, in dem aus einer persönlichen Überzeugung eine Institution wurde, die Verantwortung übernimmt und langfristig handlungsfähig sein will.

Schon 2011 begann diese Entwicklung mit einer sehr grundsätzlichen Frage: In einer LLM Dissertation „How is the right to health shaped by our concept of normality?“ untersuchte Alexander, warum wir Altern als scheinbar unveränderliche Normalität hinnehmen, während wir Gesundheit selten als dauerhaftes, gestaltbares Recht denken. Diese theoretische Auseinandersetzung war weniger ein abstraktes akademisches Projekt als ein Ringen um eine einfache, aber unbequeme Einsicht: Wenn wir Altern als naturgegeben abheften, nehmen wir uns selbst politischen und gesellschaftlichen Gestaltungsspielraum.

Erste Schritte: European Year for Active Ageing (2012)

Bereits 2012 – im Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen – bekam Alexander die Gelegenheit, diese Überzeugungen in konkrete politische Arbeit zu übersetzen. Als parlamentarischer Assistent im Europäischen Parlament und Programmkoordinator bei der Heinrich-Böll-Stiftung war er direkt an der zivilgesellschaftlichen Koordination des European Year for Active Ageing beteiligt. Dieses Jahr war ein ehrgeiziges europäisches Projekt: Hunderte von Initiativen auf allen Ebenen sollten das Bewusstsein für aktives Altern schärfen, den Wert älterer Menschen sichtbar machen und intergenerationelle Solidarität stärken.

​In dieser Zeit lernte Alexander, wie europäische Politik funktioniert und wo ihre Grenzen liegen. Es wurde deutlich, dass symbolische Jahre und gut gemeinte Deklarationen zwar Aufmerksamkeit schaffen, aber ohne dauerhafte Strukturen, institutionelle Verankerung und politische Übersetzungsarbeit oft folgenlos bleiben. Diese Erfahrung prägte sein späteres Verständnis davon, was es braucht, um Gesundheit und Prävention nicht nur zu fordern, sondern tatsächlich durchzusetzen.

Vom Denken zum Handeln: Heales (2014)

Aus dieser theoretischen Auseinandersetzung und den ersten politischen Erfahrungen erwuchs früh der Wunsch, nicht bei Publikationen und Vorträgen stehenzubleiben. 2014 gründete Alexander den deutschen Ableger von Heales  Healthy Life Extension Society, um die Idee einer längeren gesunden Lebensspanne in die Öffentlichkeit zu tragen, Verbündete zu finden und internationale Netzwerke aufzubauen. In der praktischen Arbeit zeigte sich jedoch schnell: Idealismus und zivilgesellschaftliches Engagement stoßen an Grenzen, wenn es keine stabile Brücke in Politik, Verwaltung und Institutionen gibt.

Einblick in politische Realität: Deutscher Bundestag (2021–2025)

Einen wichtigen Perspektivwechsel brachten die Jahre im Deutschen Bundestag ab 2021. Als Büroleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Abgeordneten bekam Alexander einen unmittelbaren Einblick in politische Abläufe, Prioritäten und Zwänge. Hinter den Kulissen wurde deutlich, wie viel Wissen es zur Prävention, gesundem Altern und Langlebigkeit bereits gibt  und wie selten dieses Wissen tatsächlich strategisch genutzt wird. Was fehlte, war nicht Forschung, sondern eine strukturierte Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und gesellschaftlicher Umsetzung.

Biografische Erfahrung als Katalysator (2025)

Parallel dazu gab es ein sehr persönliches Erlebnis, das all diese Fragen auf eine beinahe intime Weise verdichtete: 2025 feierte Alexanders Großmutter ihren 105. Geburtstag – geistig klar, körperlich erstaunlich fit, eingebettet in Familie und soziale Beziehungen. Diese Erfahrung machte spürbar, was Zahlen und Studien nur andeuten können: Hohes Alter und Lebensqualität müssen keine Gegensätze sein. Sie können das Ergebnis von langfristiger Prävention, guter medizinischer Versorgung, sozialer Einbettung und förderlichen Rahmenbedingungen sein.

Die Gründung von PRIMA (November 2025)

Aus der Kombination dieser beiden Ebenen – der strukturellen Analyse auf der einen Seite und der persönlich erlebten Möglichkeit gesunden Alterns auf der anderen – entstand eine klare Konsequenz: Es braucht eine eigenständige, verlässliche Institution, die sich genau dieser Brückenarbeit widmet. Eine Organisation, die wissenschaftliche Evidenz bündelt, politische Anschlussfähigkeit herstellt und öffentliche Debatten so mitgestaltet, dass das Recht auf Gesundheit nicht nur in Texten existiert, sondern in konkreten Entscheidungen und Programmen.

Vor diesem Hintergrund wurde PRIMA – Prävention & Innovation in Medizin und Altern, als gemeinnützige GmbH  im November 2025 gegründet. PRIMA versteht sich als Brückeninstitution zwischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass Prävention und gesundes Altern nicht Randthemen, sondern Leitideen moderner Gesundheitspolitik sein müssen  und dass das Recht auf Gesundheit erst dann ernst genommen ist, wenn wir es auch im hohen Alter konkret einlösen.